Ade Puppi!

 

 




                           

Januar 1985 - 15. Mai 1998

 

 

 

Liebe Puppi,

 

seinerzeit, als du zu mir kamst, hatte ich keinerlei Ahnung, wie man mit einer Katze umgeht. Ich konnte mit Hunden umgehen. Doch Katzen waren für mich sehr fremde Wesen. Ich hatte doch tatsächlich ein wenig Angst vor dir! Als du mir gebracht wurdest hat man dir zunächst die Ohren ausgeputzt. Die beiden Damen, die dich in mein Leben brachten, gingen meiner Meinung nach recht grob mit dir um. Du hast dann, als man dich dein neues Heim erkunden ließ, keinerlei Scheu gezeigt. Man hat das auch von dir erwartet. Ich nicht. Ich wusste gar nicht, wie so ein Kätzchen auf eine fremde Umgebung reagiert. Das ausgerechnet du meine allererste Katze wurdest, war für mich ein großer Glücksfall! Du hast mir sehr geholfen, obwohl du noch ein kleines Kind warst. Du hattest mit vier Monaten schon eine große Persönlichkeit! Nicht wie später z.B. der Gino hast du dich versteckt. Nein, du hast einen kleinen Rundgang durch dein neues Heim gemacht und dich anschließend gleich in mein Bett zum ausruhen gelegt, nachdem du festgestellt hattest, dass bei "uns" alles in Ordnung ist. Du hast geschnurrt, wenn ich dich vorsichtig berührt habe. Ich habe meine Hand sogleich zurückgezogen, weil ich dachte, du knurrst mich an. Welch ein Irrtum! Nachdem ich es dreimal versucht hatte und jedes Mal mich so schrecklich dumm benommen habe, kamst du von alleine zu mir und sprangst auf meinen Schoß. Ich saß an der Schreibmaschine und wollte allen, die ich kannte, mitteilen, dass ich nun Katzenmutter bin. Dort ließest du dich nieder und schnurrtest wie eine Weltmeisterin. So wurden wir beide sofort Freunde.

 

Du musstest wegen meiner Unwissenheit die ersten drei Monate nachts im Flur und im Bad schlafen. Ich weiß heute nicht mehr, warum ich mich so ungeschickt angestellt habe. Dafür möchte ich mich heute bei dir entschuldigen. Ich glaube, ich habe es aber auch zu deinen Lebzeiten schon getan. Du warst sehr einsam und so habe ich dir den Joschi als Gefährten bringen lassen. Zunächst mochtest du ihn nicht, aber Dank deiner freundlichen Art hast du ihn dann in dein kleines Herz geschlossen. Dann hatten wir drei eine schöne Zeit miteinander. Ich wollte es euch beiden noch ein bisschen schöner machen, da ihr ja immer in einem Zimmer leben musstet und so habe ich euch die große Freiheit für Katzen gegeben. Es war so schön für euch in den Gärten. O.K., ich habe mich ziemlich aufgeregt, wenn ihr manchmal so spät nach Hause gekommen seid. Aber für euch war es herrlich da draußen! Bis auf ein paar kleinere Blessuren habt ihr es auch gut gemacht in eurer Freiheit. Warum Joschi am 18.09.1989 nicht mehr heimkam, weißt nur du. Ich habe dich oft gefragt, ob du weißt, wo der Joschi ist. Du hast ihm wohl versprochen mir nichts zu sagen. Dein Versprechen hast du gehalten! In den ersten Tagen, als Joschi nicht mehr da war, durftest du noch in die Freiheit. Jedoch bekam ich mehr und mehr Sorge, dass ich dich auch noch verlieren würde. Heute glaube ich, ich hätte dir vertrauen können. Du warst immer sofort zur Stelle, wenn ich rief "Puppi, wo bist'?" Da ich mir dachte, dass du nun wieder einsam sein musst, wurde uns der Gino gebracht. Da er recht krank war am Anfang und ich daher mit ihm sehr beschäftigt war, weiß ich heute gar nicht mehr, wie dir zumute war. Aber auch den Gino hast du bald in dein Herz geschlossen.

 

Du warst für mich immer so wie eine kleine Freundin. Das habe ich dir auch oft gesagt. Es ist nicht fair, dass du nur 13 Jahre bei mir sein durftest. Es ist vor allem nicht fair, dass du so leiden hast müssen. Sei versichert, kleine Püppi, ich hätte alles getan, damit dir das Leben wieder Freude und Spaß macht. Nur leider konnte ich nichts für dich tun. Ich konnte nur noch dafür sorgen, dass deine Schmerzen dich nicht weiter quälen. Es ist mir ein kleiner Trost, dass ich bei dir sein konnte, als du für immer eingeschlafen bist.

 

Puppi sei mir nicht böse, wenn ich dich manchmal geschimpft habe. Auch hätte ich vielleicht mehr mit dir spielen sollen. So hätte ich dich vielleicht auch mehr mit dem Fressi verwöhnen sollen, was du gerne gemocht hast. Doch ist es wie bei den Menschen: Was so gut schmeckt, ist meist auch ungesund. Es war schon alles richtig so, wie es gewesen ist. Ich vermisse dich sehr, doch wichtig ist nur, dass dein kleines Katzenleben für dich doch einigermaßen zufrieden stellend war. Alles kann man wohl im Leben nicht haben. Auch wir Menschen nicht.

 

Danke Puppi für dein Dasein und sei glücklich, wo immer du jetzt auch bist. Ich werde dich niemals vergessen.

 


 

 



 

 
An mein Frauchen
 
Ich bin nicht tot,
ich tausche nur die Räume.
Ich lebe in dir und geh durch deine Träume.
Wenn du in den Himmel schaust
und dabei ein Sternchen klaust,
nimm es, drück es, denk an mich...
... denn das Sternchen, das bin ich!
 



 

 


 

 

 

Mein Mädchen konnte sich sehr gut mit sich selbst beschäftigen.
So gab sie dem Schlüsselbund einen Schubs und dann jagte sie den Lichtpunkt,
der sich vom Schlüsselanhänger spiegelte an der Wand.
Sie war ja so ein schlaues Mädchen! Einmal hat sie die Küchentür aufgemacht.

Auf die Klinke und die Tür war offen. Sie hat das nie wieder gemacht.
Sie wollte mir nur zeigen, dass ich nicht glauben brauche, sie könne so etwas nicht. 







 

 

 

 

 

 

 

 

 

Puppi konnte so schön spielen
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